Kempo-Judo: Kampfkunst und Selbstverteidigung

Graduierungen/Prüfungsordnung

In der Stilrichtung "Kempo-Judo Ryu Jiu-Jitsu" (kurz: "Kempo-Judo") ist es möglich, Kyu- oder Dan-Graduierungen entweder durch Prüfung, Anerkennung oder Verleihung zu erwerben. Zuständig für die Durchführung und Abnahme von Prüfungen ist das Hombu-Dojo in Schwäbisch Gmünd. Ohne schriftliches Einverständnis von  Stilgründer Gerold Bauer darf niemand Graduierungen im "Kempo Judo Ryu Jiu Jitsu" oder "Kempo-Judo" vergeben! Entsprechende Prüfer-Lizenzen können nur von der mit Genehmigung durch das Hombu-Dojo vergeben werden.  . Graduierungen, bei deren Erwerb diese Vorgaben nicht eingehalten wurden, sind ungültig. Missbrauch wird zivil-/strafrechtlich verfolgt, und es wird Schadensersatz geltend gemacht!


Der Grundgedanke dieser Kampfkunst zielt darauf ab, nicht möglichst viele Einzeltechniken demonstrieren zu können, sondern auf möglichst viele Arten des Angriffs angemessen, schnell und wirkungsvoll zu reagieren. Deshalb ist das technische Repertoire - eine Synthese aus Kempo und Judo - getreu dem Motto "Weniger ist manchmal mehr" bewusst auf realistische Techniken beschränkt. Artistik und Show haben in der strassentauglichen Selbstverteidigung nichts zu suchen. Alle Techniken, auch die Würfe, sind aus diesem Grund bei Kyu- und Dan-Prüfungen ausschließlich in ernstfallrelevanten Bewegungsabläufen und dynamisch zu zeigen. Dies gilt auch für das sehr hoch zu bewertende Prüfungsfach "Freikampf", wo Schläge und Tritte im Leichtkontakt sowie Würfe, Würger und Hebel im Vollkontakt ausgeführt werden müssen (ein reines Andeuten ist nicht ausreichend!).
Ein Prüfling soll stets erkennen lassen, dass er die grundlegenden Bewegungsprinzipien des Kempo-Judo-Stils
verstanden hat und bei der Verteidigung umsetzen kann.


Die Kempo-Judo-Stoffsammlung soll dabei eine Orientierungshilfe sein. Dies bedeutet aber keineswegs, dass nicht  Techniken oder Kombinationen ausserhalb der Stoffsammlung (zum Beispiel aus anderen Stilrichtungen) ebenso sinnvoll sein können. Entscheidend für die Akzeptanz einer Bewegung im Kempo-Judo ist das Funktionieren - und zwar gerade dann, wenn der Angreifer nicht "mitspielt", sondern gegen den Verteidiger arbeitet.


Das Beachten der Rechtslage in Sachen Notwehr sowie eine grundsätzlich friedfertige Geisteshaltung, das Respektieren der Dojo-Etikette und das Tragen von Budo-Kleidung sind für alle Prüflinge obligatorisch.
Aggressives oder unehrenhaftes Verhalten (auch ausserhalb des Dojos) sind mit einer Graduierung im Kempo-Judo generell nicht vereinbar.


Die Wartezeit zwischen den einzelnen Prüfungsstufen soll im Regelfall sechs Monate betragen, wobei das "Überspringen" eines Kyu-Grades bei herausragenden Leistungen möglich ist. Während Kyu-Grade von einem qualifizierten Einzelprüfer (Dan-Träger beziehungsweise Inhaber einer budospezifischen Übungsleiter- oder Trainerlizenz) abgenommen werden können, besteht die Kommission bei Dan-Graduierungen aus drei qualifizierten Prüfern, von denen mindestens einer nicht dem eigenen Verein angehören mussl. 
Das Mindestalter für Dan-Grade beträgt 16 Jahre. Jugendliche, die im Alter von 14 Jahren schon mindestens zwei Jahre lang den 1.Kyu tragen, haben die Möglichkeit, durch Ablegen einer Kata-Prüfung (Goshin-Jitsu-no-Kata, Nage-no-Kata, Kime-no-Kata oder eine vom Niveauvergleichbare Form) einen "Jugend-Dan" (schwarzer Balken auf dem braunen Gürtel) zu erwerben. Die Prüfung zum 1. Dan muss zu gegebener Zeit dennoch regulär absolviert werden. Die Vorbereitungszeit für Dan-Grade beträgt mindestens zwei Jahre. Eine Verkürzung ist nur durch aktuelle herausragende Wettkampferfolge oder vergleichbare Leistungen um ein Jahr möglich. Diese Wartezeiten gelten auch für Verleihungen. Die Wartezeit für Graduierungen ab dem 6. Dan soll mindestens 5 Jahre betragen.


Im Kempo-Judo Ryu Jiu-Jitsu gibt es sechs Schülergrade: weißer Gürtel (ohne Prüfung), gelb (5.Kyu), orange (4.Kyu), grün (3.Kyu), blau (2.Kyu) und braun (1.Kyu). Für Inhaber des ersten bis fünften Dan ist der Gürtel schwarz. Technische Prüfungen werden im Kempo-Judo Ryu Jiu-Jitsu bis zum fünften Dan durchgeführt. Höhere Graduierungen können nicht durch eine Prüfung erworben, sondern nur von den Dachverbänden  für besondere Leistungen oder Verdienste um den Budosport verliehen werden.

 

 

Kyu-Prüfungen

 

Demonstrieren von einzelnen Techniken aus einer für die realistische Selbstverteidigung sinnvollen Bewegung     5.Kyu (gelb)   4.Kyu      (orange)    3.Kyu (grün)    2.Kyu (blau)    1.Kyu (braun)
Fallen und Rollen (jeweils nach vorne, hinten, seitlich Rollen und Fallen   Freier Fall einseitig   Freier Fall zweiseitig   Freier Fall dreiseitig   Freier Fall   Vierseitig
Würfe (SV-Ausführung ; auch ohne Fassen an der Kleidung)            2           4            6            8            10
Abwehrmöglichkeiten durch Ausweichen, Blockieren oder Ableiten eines Angriffs            2            4            6            8            10
Angriffs- beziehungsweise Kontermöglichkeiten durch Faustschläge oder Handballenstöße            2            4            6            8            10
Angriffs- beziehungsweise Kontermöglichen durch Handkantenschläge oder sogenannte Hammerschläge            2            4            6            8            10
Angriffs- beziehungsweise Kontermöglichkeiten im Nahkampf durch Ellenbogenschläge/-stöße oder Kopfstöße            2            4            6            8            10
Angriffs- beziehungsweise Kontermöglichkeiten mit Hilfe von Fußtritten oder Kniestößen / -schlägen            2            4            6            8            10
Befreiungs-, Wurf- oder Festlegetechniken durch Hebeln der gegnerischen Gelenke (im Stand und am Boden)            2            4            6            8            10
Zwingen des Angreifers zur Aufgabe durch den Einsatz von Würgetechniken (im Stand und am Boden)            2            4            6            8            10
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Abwehrkombinationen gegen realistische Angriffe (sinnvolle Verknüpfung von mindestens drei Einzeltechniken)        5.Kyu       4.Kyu      3.Kyu       2.Kyu      1.Kyu
Verteidigung gegen Schläge, Stöße, Tritte oder Knieaktionen zum Kopf, Brustkorb beziehungsweise Leber/Nieren             1              2           3            4            5
Verteidigung gegen Schläge, Stöße, Tritte oder Knieaktionen unterhalb der Gürtellinie (zu den Genitalien, Low - Kicks etc.)            1            2           3            4            5
Abwehr von Körperumklammerungen oder Genickhebel (teilweise von vorne und von hinten angesetzt)            1            2           3            4            5
Verteidigung gegen Fassen an der Kleidung oder ergreifen der Handgelenke (teils von vorne, teils von hinten angesetzt)            1            2           3            4            5
Verteidigung in der Bodenlage gegen Tritte, Schläge, Festhalten, Würgeangriffe oder Vergewaltigungsversuche            1            2           3            4            5
Abwehr von bewaffneten Angriffen im Stand und in der Bodenlage (Schlagwaffen, Messer, Kette, Schusswaffen)            1            2            3            4            5
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Überprüfung der Fähigkeit, auf vorher nicht vereinbarte Angriffe intuitiv, schnell und angemessen zu reagieren         5.Kyu     4.Kyu      3.Kyu       2.Kyu     1.Kyu
Überraschungsangriffe aus einem Hinterhalt beziehungsweise beim durchqueren einer Personengruppe           1     2            3           4           5
Freikampf im Stand und am Boden (im Leichtkontakt, mit Schutzausrüstung für Hände, Füße und Genitalien)    5 Minuten    5 Minuten    5 Minuten    5 Minuten    5 Minuten

 

Dan-Prüfungen

 

                   1.Dan                      2.Dan                     3.Dan                    4.Dan                 5.Dan
Das Beherrschen des Prüfungsprogramms zum 1.Kyu, jedoch in der Ausführung so, daß es dem angestrebten Meistergrad entspricht Das Beherrschen des Prüfungsprogramms bis zum 1.Kyu, jedoch in der Ausführung so, daß es dem angestrebten Meistergrad entspricht Das Beherrschen des Prüfungsprogramms bis zum 1.Kyu, jedoch in der Ausführung so, daß es dem angestrebten Meistergrad entspricht Das Beherrschen des Prüfungsprogramms bis zum 1.Kyu, jedoch in der Ausführung so, daß es dem angestrebten Meistergrad entspricht Das Beherrschen des Prüfungsprogramms bis zum 1.Kyu, jedoch in der Ausführung so, daß es dem angestrebten Meistergrad entspricht
12 Wurftechniken in einer realitätsbezogenen Situation demonstrieren. Uke soll dabei keinesfalls mitspringen. Vielmehr muß erkennbar sein, daß das Gleichgewicht gebrochen ist und eine eventuelle Sperre des Angreifers überwunden werden kann. 15 Wurftechniken in einer realitätsbezogenen Situation demonstrieren. Uke soll dabei keinesfalls mitspringen. Vielmehr muß erkennbar sein, daß das Gleichgewicht gebrochen ist und eine eventuelle Sperre des Angreifers überwunden werden kann 18 Wurftechniken in einer realitätsbezogenen Situation demonstrieren. Uke soll dabei keinesfalls mitspringen. Vielmehr muß erkennbar sein, daß das Gleichgewicht gebrochen ist und eine eventuelle Sperre des Angreifers überwunden werden kann 21 Wurftechniken in einer realitätsbezogenen Situation demonstrieren. Uke soll dabei keinesfalls mitspringen. Vielmehr muß erkennbar sein, daß das Gleichgewicht gebrochen ist und eine eventuelle Sperre des Angreifers überwunden werden kann 24 Wurftechniken in einer realitätsbezogenen Situation demonstrieren. Uke soll dabei keinesfalls mitspringen. Vielmehr muß erkennbar sein, daß das Gleichgewicht gebrochen ist und eine eventuelle Sperre des Angreifers überwunden werden kann
Lehrprobe (15 Minuten) Erläutern und Demonstrieren der Wurfprinzipien durch Ausweichen, Ausnutzen der gegnerischen Energie oder durch Einsatz von Atemi-Techniken und Pressure Points. Lehrprobe (15 Minuten) Erläutern und Demonstrieren des Verteidigungsverhaltens in der Bodenlage gegen Festhalten, Würgen, Schlagen und Treten sowie gegen eventuell verdeckt getragene Waffen Lehrprobe (15 Minuten) Erläutern und Demonstrieren des fließenden Übergangs von harten und weichen Techniken (Blocks, Trappings, Hebel, Wurftechniken und Ausweichmanöver) Lehrprobe (15 Minuten) Erläutern und Demonstrieren der Bewegungsprinzipien beim Verteidigen gegen Angriffe mit verschiedenen Schlagwaffen (Ketten, Stöcke, Baseballschläger) Lehrprobe (15 Minuten) Erläutern und Demonstrieren der Bewegungsprinzipien bei Angriffen mit scharfen Waffen (Messer, Macheten, abgeschlagenen Flaschen) und Schußwaffen
Verteidigen gegen 8 unterschiedliche Überraschungsangriffe, zum Beispiel bei Durchqueren einer Personengruppe oder aus dem Hinterhalt. Einige Angriffe sollen auch von mehreren Gegnern gleichzeitig ausgeführt werden, zum Teil auch bewaffnet Verteidigen gegen 12 unterschiedliche Überraschungsangriffe, zum Beispiel bei Durchqueren einer Personengruppe oder aus dem Hinterhalt. Einige Angriffe sollen auch von mehreren Gegnern gleichzeitig ausgeführt werden, zum Teil auch bewaffnet Verteidigen gegen 16 unterschiedliche Überraschungsangriffe, zum Beispiel bei Durchqueren einer Personengruppe oder aus dem Hinterhalt. Einige Angriffe sollen auch von mehreren Gegnern gleichzeitig ausgeführt werden, zum Teil auch bewaffnet Verteidigen gegen 20 unterschiedliche Überraschungsangriffe, zum Beispiel bei Durchqueren einer Peronengruppe oder aus dem Hinterhalt. Einige Angriffe sollen auch von mehreren Gegnern gleichzeitig ausgeführt werden, zum Teil auch bewaffnet Verteidigen gegen 24 unterschiedliche Überraschungsangriffe, zum Beispiel bei Durchqueren einer Personengruppe oder aus dem Hinterhalt. Einige Angriffe sollen auch von mehreren Gegnern gleichzeitig ausgeführt werden, zum Teil auch bewaffnet
10 Minuten Freikampf, wobei nach fünf Minuten der Gegner ausgewechselt wird 10 Minuten Freikampf, wobei nach fünf Minuten der Gegner ausgewechselt wird 10 Minuten Freikampf, wobei nach fünf Minuten der Gegner ausgewechselt wird 10 Minuten Freikampf, wobei nach fünf Minuten der Gegner ausgewechselt wird 10 Minuten Freikampf, wobei nach fünf Minuten der Gegner ausgewechselt wird
Nachweis über den Besuch eines Vereinstrainer-Lehrgangs (nicht älter als drei Jahre) Nachweis über den Besuch eines Vereinstrainer-Lehrgangs (nicht älter als drei Jahre) Besitz einer gültigen Übungsleiter- oder Trainerlizenz in einer Budosportart Besitz einer gültigen Übungsleiter- oder Trainerlizenz in einer Budosportart Besitz einer gültigen Übungsleiter- oder Trainerlizenz in einer Budosportart